Gier oder Angst?
Wer besiegt wen, liebe Anleger, wenn’s um Geld geht? Glauben Sie, dass die Gier mächtiger ist? Oder sind Sie eher der Meinung, die Angst überwältige die Gier? Wenn Sie sich nicht (ganz) sicher sind, dann studieren Sie doch bitte den heutigen Fall – eine in meinen Augen „harmlose“ Sache aus dem Leben eines Eigenheimers. Der Gentleman ist 50 Jahre alt und hat vor zehn Jahren, als die Welt noch in Ordnung war, ein Haus gebaut. Das gute Stück hat 800.000 Euro gekostet und ist heute „locker“ eine Million wert. Der Mann hatte vor Jahren etwa 200.000 Euro in der Tasche, so dass ein Kredit von 600.000 Euro nötig war. Der jährliche Nominalzins von 2,75 Prozent wurde für zehn Jahre vereinbart. Folglich stehen Verhandlungen ins Haus, wie es nun mit diesem Vertrag weitergehen soll. Vergangenheit Der Eigenheimer war ein „gieriger“ Mann, wenn ich das so ausdrücken darf. Er entschied sich vor zehn Jahren für einen Festkredit, für den er nur Zinsen bezahlt. Das sind 1.375 Euro im Monat, wodurch die Restschuld auf 600.000 Euro verharrt. Die übliche Tilgung hat der Anleger in Aktien investiert. Hier ließ er sich nicht lumpen. Er hat jeden Monat stolze 2.500 Euro in das Depot gesteckt. Hinzu kam vor fünf Jahren eine Erbschaft von 200.000 Euro. Der Mann hatte Glück, die Aktien sind gut gelaufen, und das Depot hat sich vor Steuern mit 5 Prozent verzinst. Dadurch stehen die Aktien heute bei 600.000 Euro, so dass sich Guthaben und Schulden die Waage halten. Entscheidung Nun würde ich gerne von Ihnen wissen, wofür sich der Mann in den nächsten Tagen entscheiden soll. Soll er die Schulden einfach auf die Schnelle tilgen? Oder soll das schöne Zinsdifferenzgeschäft fortgesetzt werden, beispielsweise für weitere zehn Jahre? Wie sieht’s bei Ihnen aus, werte Beobachter, wohin zieht es Sie, wenn Sie vor […]
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