Das neue Testament
Lieben auch Sie diesen jiddischen Humor? Dann kennen Sie bestimmt meinen Lieblingswitz, am schönsten erzählt vom Muliar Fritz, dem genialen Schauspieler aus Wien. Der älteste Sohn von Grün hat sich taufen lassen, um eine Katholische heiraten zu dürfen. Weil es für einen frommen Juden aber nichts Schlimmeres gibt, sperrt sich der alte Vater in sein Haus ein und versinkt in tiefe Depressionen. Da klopft Gott an die Tür und fragt: „Warum weinst Du, lieber Grün, was ist los?“ Der verzweifelte Mann antwortet: „Mein Sohn hat sich taufen lassen, das ist doch zum Heulen!“ Da versucht Gott ihn zu trösten: „Ach Grün, meiner doch auch!“ Das veranlasst den Vater zu der Frage, was er denn nun tun solle, und Gott gibt ihm den weisen Rat: „Na, mach’s wie ich – schreib’ ein neues Testament!“ Praxisfall Ich weiß ja nicht, liebe Leser, wie es im Moment bei Ihnen zu Hause aussieht, wo Sie möglicherweise der Schuh drückt oder der Zwirn sticht, doch wenn Sie noch kein Testament haben, dann wird’s höchste Zeit, zu Füller und Papier zu greifen. Und wenn auch Sie den Eindruck haben, dass nicht mehr alles zum Besten steht, dann sollten Sie das alte Testament aus der Schublade holen, so wie zum Beispiel in folgendem Fall. Da geht’s um einen liebenswürdigen Herrn aus dem Rheinischen, der sich mit seinen 80 Jahren allerbester Gesundheit erfreut. Er ist in zweiter Ehe mit einer Frau verheiratet, die 20 Jahre jünger ist, und bestimmt haben Sie genügend Phantasie, um sich vorstellen zu können, dass das wirklich nicht (mehr) die allerbesten Voraussetzungen für ein harmonisches Eheleben unter einem Dach sind. Vermögen Der alte Gentleman besitzt ein Vermögen von – grosso modo – vier Einheiten. Das Eigenheim ist zwei Millionen Euro wert, und im Depot des Mannes liegen Anleihen und Aktien im Wert von jeweils […]
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