Der zaudernde Apotheker

Hand aufs Herz, liebe Leser, werte Senioren! Das neue Jahr ist schon drei Monate alt. Haben Sie es in den letzten Wochen endlich geschafft, mal „klar Schiff“ in Ihrem privaten Vermögen zu machen? Ich weiß ja aus Briefen und Gesprächen, dass die Verteilung des Geldes im Alter von 80 und 90 Jahren eine Herkulesaufgabe ist, doch worauf wollen Sie noch warten? Bei Ihnen geht’s doch schon lange nicht mehr um die Frage, ob Sie nun 2 oder 3 Prozent für Ihr gutes Geld bekommen, sondern um die drängende Klärung des Sachverhalts, wie die fette Beute gerecht verteilt wird. Wieviel Geld wollen Sie für sich behalten, wieviel Kapital kann den Kindern und Enkeln zufließen, wieviel Vermögen soll für gute Zwecke gespendet werden? Praxisfall Das sind die Punk­te, die Sie beschäftigen, und wenn Sie fachlichen Beistand brauchen, die Fragen „artgerecht“ zu beantworten, dann studieren Sie bitte folgenden Fall. Ein vermögender Apotheker ist 80 Jahre alt. Die Ehefrau ist zwei Jahre jünger. Das Ehepaar hat drei Kinder im Alter von 52, 49 und 46 Jahren. Hinzu kommen acht Enkel, die zwischen 15 und 25 Jahre alt sind. Die Senioren sind durch Fleiß und Geiz zu einem passablen Vermögen gekommen, wie ein Blick in die Bücher zeigt. Vermögen Die Guhaben auf Giro- und Sparkonten summieren sich auf 100.000 Euro. Die Anleihen sind 300.000 Euro wert. Hinzu kommen die Rente des Versorgungswerkes von 3.000 Euro pro Monat. Sie entspricht bei einer groben Restlaufzeit von zehn Jahren, dem Anstieg und einem Abzinsungssatz von jeweils 2 Prozent pro Jahr einem Vermögenswert von 357.000 Euro. Das Eigenheim könnte für etwa 700.000 Euro verkauft werden, die Ferienwohnung ist rund 300.000 Euro wert. Die drei vermieteten Objekte haben einen Wert von 900.000 Euro. Der Kurswert der Aktien liegt bei 250.000 Euro. Abgerundet wird das Vermögen durch Gold im Wert von […]

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