Die Notfallmappe des Vaters

Moin, liebe Leser. Heute falle ich gleich mit der Tür‘ ins Haus. Wollen auch Sie ewig leben? Sollte das der Fall sein, dann brauchen Sie nicht weiterzulesen! Doch wenn Sie nicht ausschließen können, in diesem Sommer oder Herbst abzuleben, einfach so aus heiterem Himmel, dann müssen Sie diesen Beitrag studieren. Ich stelle Ihnen die Notfallmappe meines Vaters vor, der 2017 gestorben ist. Er hat mir das gute Stück kurz vor seinem Tod in die Hand gedrückt. Darin beschrieb er akkurat und präzise, wozu wohl nur professorale Ingenieure fähig sind, in klarer Handschrift und mit deutschen Worten, was nach seinem Tode zu geschehen habe. Darf ich Ihnen dieses „Spätwerk“ meines Vaters im Detail vorstellen? Prokrastination Ich bin mir sicher, dass der eine oder die andere von Ihnen daraus größten Nutzen ziehen wird. Sie haben im Augenblick alle Zeit der Welt, um Ihre persönlichen Dinge zu ordnen, und die sollten Sie nutzen. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, ich will auf keinen Fall mit dem Sargdeckel klappern. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass wir Menschen zu gewisser Trägheit neigen, wenn ich das so ausdrücken darf, und wir brauchen in der Regel gehörigen Druck, um diese „unangenehmen“ Aufgaben des Lebens zu erledigen. Folglich werden die nächsten Wochen der ideale Zeitpunkt sein, um sich mit dem Nachlass zu beschäftigen, frei nach dem Motto: Carpe diem! Wir wissen nicht, wann unsere letzte Stunde schlagen wird. Todesanzeige Die Notfallmappe meines Vaters war ein einfacher Ordner aus Pappe, also nichts Teures. Die Innereien begannen mit einem Inhaltsverzeichnis in römischen Ziffern von I bis VIII. Ich habe die Mappe um zwei Kapital ergänzt, so dass sie jetzt aus zehn Teilen besteht. Die erste Abteilung enthält Hinweise, in welchen Zeitungen der Tod zu verkünden sein wird. Das sollte zuerst in einem Blatt für kluge Köpfe sein, wenn der Verstorbene […]

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