Enteignung ist Diebstahl

Bestimmt haben Sie auf meiner Homepage die Mission gelesen. Dann wissen Sie ja, dass ich in Dresden auf die Welt gekommen, aber am Bodensee aufgewachsen bin. Meine Eltern haben Dresden kurz nach meiner Geburt verlassen, weil sie es in der „Zone“ einfach nicht mehr ausgehalten haben. Trotzdem ist die Liebe zu Dresden und dem Elbtal nie erloschen. Ich kenne die Stadt vor der Wende, mir ist bekannt, was aus dem „Elbflorenz“ nach dem Fall der Mauer geworden ist, und ich weiß, wie die Dresdner ticken. Vermutlich ahnen Sie, dass mein Verhältnis zu Dresden schwierig ist. Ich liebe die Kunst und die Musik, doch die Selbstgefälligkeit der Sachsen geht mir auf die Nerven. Gleichwohl sind die vielen Besuche in Dresden mit schönen Erinnerungen verbunden, vor allem an den Vater meiner Mutter, von dem ich Ihnen heute erzählen will. Er ist für mich der traurige Beweis, wie flüchtig Wohlstand ist, wie brutal Enteignungen sind, und vielleicht kann ich Ihnen ja bewusst machen, dass finanzielle Sicherheit auch in Zukunft ein frommer Wunsch bleiben wird. Herkunft Gerhard Lange wurde 1892 in Glashütte in Sachsen geboren. Sein Großvater Adolph hatte 1845 mit einem königlichen Kredit von 7.800 Talern im Erzgebirge die Uhrenmanufaktur A. Lange & Cie. gegründet, und sein Vater Emil hat das Unternehmen zu Weltruhm geführt. Es ist kei­ne Übertreibung, wenn ich Ih­nen sa­ge, dass mein Großvater mit einem goldenen Löffel im Mund auf die Welt gekommen ist, doch was nützt(e) aller Reichtum, wenn es dem roten Nachbarn nicht gefällt? Der Vater meiner Mutter ging in Glashütte i. Sa. in die Volksschule und besuchte in Dresden die Annenschule – das Realgymnasium in der Altstadt. Der königliche Prüfungskommissar bescheinigte am 8. März 1911 „vorzügliche“ Leistungen in Geschichte und „gutes“ Wissen in Deutsch und Mathematik. Ausbildung Das hat meinen Großvater bewogen, erst einmal eine zweijährige Kaufmannslehre […]

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