Es lebe die Immobilie!
Liebe Leser! Ich gelte in Fachkreisen als eingefleischter Gegner von Immobilien. Was soll ich dazu sagen? Wo man Recht hat, da gibt’s keine Widerrede! Ich bin gegen Immobilien in üble Lage, ich lehne Liegenschaften ab, die ihr Geld nicht wert sind, und ich halte nichts von Objekten, über die Sie nicht verfügen können. Kurzum: Der unverkäufliche Anteil an steinalten und geerbten Eigenheimen unterm Kyffhäuser, dem Schlusslicht im Anhaltinischen, wenn es um Immobilien geht, ist für mich der pure Alptraum. Trotzdem bitte ich Sie, daraus bloß nicht den Schluss zu ziehen, ich sei ein Gegner von Immobilen. Statt dessen würde ich mich freuen, wenn Sie mich eher als „Feinschmecker“ betrachten würden: Der Wein sollte alt sein, der Partner natürlich jung, und in Immobilien sollte einfach Potential stecken, so wie zum Beispiel in diesem Objekt unserer Hauptstadt! Offerte Mir ist vor Wochen bei einem Abendessen in Steglitz die Offerte gemacht worden, ein Haus zu sensationellen Konditionen erwerben zu können. Der abwesende Anbieter ist „ein juter oller Berliner“, der nicht länger Landlord sein möchte, und der anwesende Werber war ein Notar auf der Suche nach Umsatz. Die Pretiose ist ein Mehrfamilienhaus „mitten mang“ in Steglitz. Es besteht aus insgesamt 12 Wohnungen mit ungefähr 1.000 Quadratmetern. Der Eigentümer will für das gute Stück zwei Einheiten auf die Hand, also 2.000.000 Euro. Potential Der Vermieter sei eine Seele von Mensch, wusste der Notar bei Sauerbraten und Rotwein zu berichten, der Mann nehme von den Mietern zur Zeit gerade mal sechs Euro pro Quadratmeter und Monat, obwohl die Vergleichsmiete bei 8,75 Euro liege. Folglich sei in der Immobilie richtig „Musike“ drin, wie der der Notar schwärmte, da könne die Miete mit links auf acht bis neun Euro „anjehoben“ werden und zu „jejebener Zeit“ für mindestens drei Millionen weiterverkauft werden. Was meinen Sie zu diesen Zahlen, verehrte […]
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