Inflation ist Gift

Es tut mir leid, liebe Leser, Sie an diesem Wochenende mal wieder auf die drei größten Gefahren der Geldanlage hinweisen zu müssen: Inflation, Steuer und Angst. Richtig, es geht nicht nur um die „äußeren“ Feinde wie Märkte und Politiker, sondern auch um die Geister, die ihr Unwesen in Ihnen treiben. Ich will nicht lange um den heißen Brei herumreden, sondern Ihnen die Probleme an konkreten Beispielen illustrieren. Bitte nehmen Sie einen Rentner, 68, und einen Abiturienten, 18, unter die Lupe. Der erste macht sich Gedanken, wie er (s)eine Million in den 20 Jahren, die ihm noch bleiben, anlegen soll, und der zweite, der gerade sein Abitur geschafft hat, sinniert über die richtige Anlage von 10.000 Euro, die ihm in Anerkennung seiner Leistungen von Eltern und Großeltern geschenkt worden sind. Ölkrise Prämien für „Zeugnisse der Reife“ sind keine Erfindung der Neuzeit, die gab es schon 1973, im Jahr der Ölkrise. Die Älteren von Ihnen werden sich bestimmt erinnern, dass schon damals die Welt unterzugehen drohte. Ich habe das Fahrverbot an den vier Sonntagen im Herbst 1973 in vollen Zügen genossen, weil ich als Lokalreporter des Südkurier, der Lokalzeitung in Friedrichshafen, mit einer Ausnahme-Genehmigung über die autofreien Straßen am Bodensee brettern durfte. Wer damals 5.000 Mark fürs Abitur bekam, war der Käs‘, wie es im Oberschwäbischen heißt. Er galt als König oder Krösus und war gut beraten, den plötzlichen Reichtum nicht an die große Glocke zu hängen. Sonst hefteten sich Kletten und Schmeißfliegen an seine Fersen. Was meinen Sie, liebe Leser, wieviel waren die 5.000 Mark, ausgezahlt am 1. Oktober 1973, am Ende des vergangenen Monats wert, also am 30. Juni 2026? Statistik Falls bei Ihnen wider Erwarten kein Gefühl für Wert und Zeit vorhanden sein sollte, dann empfehle ich Ihnen einen Blick in die Statistik. Der Verbraucherpreisindex stand am 1. Oktober […]

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