Jede Krise hat ihren Reiz

Anfang des Jahres habe ich Ihnen zehn Gebote für den Umgang mit Geld ans Herz gelegt. Die Reaktionen auf die Botschaften waren verhalten. Das ist kein Wunder, weil die Voraussetzungen für Veränderungen handfeste Pro­bleme sind. Das kann Arbeitslosigkeit sein. Der eine oder die andere von Ihnen ist krank geworden. Oder haben Sie sich gerade von Ihrem (un)geliebten Partner getrennt? Vielleicht haben Sie einen guten Freund verloren. Oder Sie regen Sie sich einfach nur über den Niedergang dieses Landes auf? Mir ist bewusst, dass viele Din­ge im Argen liegen. Trotzdem möchte ich Ihnen aber Mut machen, bevor Sie ganz verzagen. In jeder Krise steckt ein Reiz. Daher habe ich „mei­ne“ Gebote im Umgang mit Geld noch einmal aus der Schublade geholt, allerdings nicht zur Belehrung, sondern nur zum Nachdenken. Vielleicht helfen sie Ihnen, finanzielle und persönliche Krisen zu meistern. Bemühen Sie sich um Arbeit. Mir ist bewusst, dass dieser „Imperativ“ für alle Men­schen, die in den letzten Tagen und Wochen ihre Arbeit verloren haben, wie bitterer Hohn klingt. Vielleicht hat der Einschnitt aber eine positive Seite, weil Sie etwas verloren haben, was Sie gar nicht mehr geliebt haben. Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, wie es Hermann Hesse so wunderbar ausdrückt(e), und ich wünsche Ih­nen von Herzen, in Kürze wieder Arbeit zu finden. Den in Lohn und Brot stehenden Menschen möge die Arbeit so leicht wie möglich von der Hand gehen. Sie gibt dem Leben nicht nur Sinn, son­dern ver­leiht ihm auch Ordnung und Struktur. Und meistens wirft nur sie die Erträge ab, die wir zum Leben benötigen. Arbeit ist in meinen Augen die einzige Geldanlage, die wir Menschen ein wenig beeinflussen können. Das ist bei Anleihen, Immobilien und Aktien in der Regel nicht der Fall. Daher wünsche ich Ihnen, dass Sie „gestärkt“ aus der Arbeitslosigkeit herauskommen, weil Sie mit Ihren konkurrenzlosen […]

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