Sprung ins kalte Wasser
Die Würfel sind gefallen. Sie haben sich nach langem Zaudern entschlossen, einen größeren Betrag in Aktien anzulegen. Nun melden sich in Ihnen aber die Dämonen zu Wort und führen verrückte Veitstänze auf. Der erste Bedenkenträger brüllt Sie an, Sie seien des Wahnsinns fette Beute, Ihr schönes Erbe in 13 Unternehmen zu investieren, das sei doch Verrat der Ahnen. Der zweite Dämon ist ein pfiffiges Kerlchen und lacht Ihnen frech ins Gesicht, Sie hätten wohl nicht mehr alle Tassen im Schrank, bei diesen Preisen noch Aktien zu kaufen, das müsse doch ins Verderben führen. Das sieht die dritte Fratze genauso. Er erinnert Sie mit weicher Stimme an den Ausbruch von Corona und die Tatsache, dass die Kurse damals um 35 Prozent einbrachen. Dann zeigt er Ihnen schreckliche Bilder aus der Ukraine und weist Sie darauf hin, der Krieg habe die Aktien um 20 Prozent nach unten gezogen. Schließlich malt er Ihnen auch noch in düsteren Farben aus, beim nächsten Unglück würden alle Dämme brechen, da würden die Kurse um mindestens 66 Prozent nachgeben. Ratlosigkeit Hand aufs Herz, verehrte Leser, was werden Sie im Angesicht dieser Katastrophen und Unglücke tun, wie werden Sie sich bei diesen Perspektiven verhalten? Werden Sie das Geld auf dem Konto liegenlassen und sich mit Magerzinsen abfinden? Oder neigen Sie eher zum Kauf von Anleihen, obwohl die Inflation höher als deren Erträge ist? Oder suchen Sie voller Verzweiflung die nächste Immobilie? Oder investieren Sie doch in Aktien, weil Ihnen ein Bänkelsänger vorgeschlagen hat, das Geld nicht auf einen Schlag, sondern in Häppchen zu investieren? Damit sind wir beim Thema der Stunde, liebe Anleger, und ich möchte mit Ihnen die Frage aller Fragen untersuchen, was Sie von dem berühmten „Cost-Average-Effekt“ halten, den viele Banker als „ultimative“ Problemlösung propagieren. Hinter dem geheimnisvollen Begriff verbirgt sich die Idee, sein Geld in […]
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