Wo ist das Testament?
Moin tosomen, liebe Leser, guten Morgen zusammen! Ich melde mich heute mal wieder aus Ostfriesland – der Heimat meines Großvaters. Hier habe ich mich in der letzten Woche mit einem Freund getroffen, der im wahrsten Sinne des Wortes die Ruhe weg hat. Bloß nich in‘ Tüdel geraten, immer mit der Ruhe, das ist das oberste Gebot des Friesen. Bei dem Treffen habe ich ihn aber gewaltig in Rage gebracht, auch wenn das nicht mal in Ansätzen beabsichtigt war. Es ging um Geld, wie Sie sich vorstellen können, und er wollte von mir wissen, wie es um sein Vermögen steht. Was ich dazu zu sagen hatte, lesen Sie am besten selbst! Praxisfall Der Mann ist 55 Jahre alt. Er ist Maler von Beruf, also kein Anstreicher, wie Sie vielleicht vermuten, sondern richtiger Künstler. Ganz brotlos kann die Sache nicht gewesen sein, weil bei dem Gentleman einiges zusammengekommen ist. Auf dem Girokonto zum Beispiel liegen 50.000 Euro. Das Depot mit den Anleihen und Aktien ist 150.000 Euro wert. Der größte Brocken ist die schuldenfreie Kate auf Spiekeroog, die einen Wert von 400.000 Euro hat. Hinzu kommt die Hälfte der 600.000 Euro teuren Wohnung in Hamburg, in welcher der Künstler mit seiner Freundin lebt. Das sind insgesamt 900.000 Euro, wenn ich richtig zusammengezählt habe. Das ist doch nicht schlecht – oder was meinen Sie dazu? Nachlass Die nullkommaneunfache Million hat mich zu der Frage veranlasst, wer den Schatz eines Tages erben wird. Das sei eine blöde Frage, meinte der Freund, das sei doch klar. Natürlich bekomme die Freundin das Geld. Dafür habe er ein Testament aufgesetzt, in dem klipp und klar steht, dass die Freundin die alleinige Erbin ist. Neugierig, wie ich sein kann, wollte ich wissen, wer das Testament verfasst hat und wo die Urkunde liegt. Da wurde der Freund etwas blaß […]
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